Eugen Thomma

»Seit 53 Jahren wohne ich jetzt hier in Oberstdorf in meiner Wohnung, die vermutlich in einem der ältesten Häuser des SWW hier in Oberstdorf ist. Ursprünglich war das ja ein Wald dort in der Hermann-von-Barth-Straße, der dann in der Nachkriegszeit abgeholzt wurde mit der Begründung, man brauche dringend Brennholz für die Bäcker. Und da gab es aber für uns noch einen Haken: Vor dem Krieg war am Bannholz noch wie es üblich war eine Müllkippe, die dann abgedeckt wurde, während der Kriegsjahre wurde dort Hafer angebaut und nach Kriegsende hat man dort einen Kleingartenverein gegründet, wo auch unsere Mutter eine kleine Gartenparzelle bekommen hat. Als man dann angefangen hat, in der Hermann-von-Barth-Straße den Wald abzutreiben, hat man uns mit der Aussicht auf einen größeren Garten gelockt, die Wurzelstöcke der abgeholzten Bäume auszugraben, um das Land urbar zu machen. Mein Bruder und ich haben uns dann ans Ausgraben gemacht. Den kleinen Garten am Bannholz haben wir aufgegeben und als wir dann fertig waren, hieß es: April, April, das gibt doch keine Gärten, sondern Baugrund! Jetzt hatten wir keinen Garten mehr, dafür aber eine Wohnung.« 

Wenn Eugen Thomma, Heimatpfleger in Oberstdorf, in seinen Erinnerungen gräbt, öffnet sich eine ganze Schatzkiste an Geschichten und Erlebnissen.