HOLZBAU PLUS - Auszeichnung für das Grüne Zentrum

Lobende Erwähnung im Bundeswettbewerb

Im Rahmen des HOLZBAU PLUS Bundeswettbewerbs "Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen 2018" erhielt das Grüne Zentrum Immenstadt eine lobende Erwähnung.

Von insgesamt 137 eingereichten Projekten wurden acht als Gewinner ausgezeichnet, ein Sonderpreis verliehen und 10 lobende Erwähnungen ausgesprochen.

Architekt Philip Leube (F64 Architekten) hat stellvertretend in Berlin den Preis entgegen genommen.

 

 

 

 

 

 

Berlin, 22.01.2019. Copyright: Thomas Trutschel/ photothek.net

 

Würdigung der Jury:

"Unter den Schlagwörtern: "Wald - Holz - Land Allgäu" wird das Grüne Zentrum Immenstadt ausschließlich von Organisationen belebt, die in dieser Wertschöpfungskette ihren Platz gefunden haben. Der Neubau des 3-geschossigen Verwaltungsgebäudes ist nicht nur ein gebauter Ausdruck dieser Haltung. Das Grüne Zentrum besteht aus regionalen Baustoffen. Schon während der Planung wurde darauf geachtet, dass die Verwendung von regionalem Holz sichergestellt ist.

Bieter für Holzbau und Fassade mussten aus der Region sein, ihre Quellen nachweisen bzw. bei einem Mitglied der Allgäuer Sägerrunde ihr Holz einkaufen. Zusammen mit den späteren Nutzern des Gebäudes wurden Wege beschritten, die sicherstellten, dass die gesamte Kette vom Holzeinschlag bis zum fertigen Gebäude mit regionalen Firmen und Produkten entstand.

Dem Bauwerk wohnt ein Zauber inne, der vom sorgfältigen Umgang mit den Materialien und der handwerklichen Leistung und Leidenschaft erzählt. Betritt man das Gebäude, fällt einem zuerst das alle Stockwerke verbindende Atrium mit einer hohen Stampflehmwand auf.

Außen wirkt die schlichte Kubatur des ganz an der Ortsdurchfahrt liegenden Bürogebäudes alles andere als langweilig. Grund dafür ist die Fassade, die sowohl vertikale als auch horizontale plastische Gliederung zeigt. Es entsteht ein wechselndes Spiel von Licht und Schatten, das das Material Holz elegant und modern in Szene setzt. Auch das durchdachte technische Konzept überzeugt durch seinen ausgewogenen Einsatz einfacher Maßnahmen, wie Bauteiltemperierung über Grundwasser. Die Flure und öffentlichen Flächen werden über das Atrium mit freier Nachtluftspülung gelüftet, die 40 cm starke massive Lehmwand bringt hier ausgleichende Speichermasse und wirkt regulierend auf die Luftfeuchtigkeit im Gebäude.

Alles in allem ist das Grüne Zentrum Immenstadt ein ansprechendes Beispiel für einen gelungenen und gelebten Einsatz nachwachsender Rohstoffe aus regionalen Kreisläufen."